Herdenschutzhunde

Wir arbeiten mit Herdenschutzhunden! Mit der Rückkehr der freilebenden Wölfe nach Deutschland, steigen die Anforderungen an den Weidetierschutz. In anderen Bundesländern hat sich der Wolf schon fest niedergelassen. Seit 2006 werden auch in Hessen immer wieder durchziehende Wölfe gesichtet, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns in Hessen sich ein erstes Rudel fest niederlassen wird.

 

Um gut vorbereitet zu sein, arbeiten wir seit 2017 mit Herdenschutzhunden der Rasse französische Pyrenäenberghunde. Herdenschutzhunde sind ausschließlich dazu da, ihre anvertrauten Herden gegen Übergriffe von vierbeinigen Räubern zu schützen.

 

Die Größte Herausforderung beim Herdenschutz ist es nicht einen Herdenschutzhund an Schafe oder andere Weidetiere zu gewöhnen, da dieser meist schon in einer Tierherde geboren wurde. Sondern die Schafe an ein Leben mit dem Herdenschutzhund zu gewöhnen, das kann bis zu 2 Jahren dauern. Hunde und Schafe akzeptieren sich gegenseitig, für den Hund ist die Herde seine Familie, bei der er Tag und Nacht bleibt und die es zu schützen gilt. Bei Gefahrenabwehr, wie ein potenzieller Wolf oder auch ein Luchs, stellt sich ein Herdenschutzhund zwischen die Herde und die Gefahr, seine große Erscheinung und das Bellen reicht im Allgemeinen schon aus, den Wolf fern zu halten.

 

Das vereinzelt Spaziergänger besonders mit Hunden verunsichert oder weniger erfreut sind, können wir verstehen. Doch wenn man sich an ganz simple grundlegende Verhaltensweisen hält, sobald eine Schafherde mit einem Herdenschutzhund in Sichtkontakt ist, bleibt auch der Spaziergang weiterhin ein entspanntes Erlebnis.

  1. Nehmen Sie ihren Hund an die Leine, und machen Sie wenn möglich einen Bogen um die Herde. Sollten Sie direkt an der Herde vorbeimüssen, gehen Sie ruhig und entspannt an der Weide entlang, wahrscheinlich wird der Hund sie von der Zauninnenseite bis zum Weideende eskortieren.
  2. Versuchen Sie nicht den Herdenschutzhund zu beruhigen, es ist sein Job zu bellen und damit zu signalisieren „Du bleibst besser fern von meinen Schafen, ich halte Wache!“.
  3. Niemals den Hund anlocken, streicheln oder füttern.

Ziel ist ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben von Mensch, Weidetier und Wolf, bzw. große Beutegreifer!